5. Die Entwicklung in der Schweiz

1888 finden wir im Schweizerisches Handelsamtsblatt folgende Anzeige:

 

Fragt sich was ein „Meteorfeiler“ ist. Die Antwort folgt ein paar Tage später:

 

In der Schweizerischen Bauzeitung folgt 1889 eine Erklärung um was es sich bei der „Meteorfeder“ handelt;

In meiner Sammlung habe ich dann tatsächlich so eine Meteorfeder gefunden. Wie beschrieben handelt es sich um einen Kolbenfüllhalter.

Hier haben wir eine Meteorfeder:

 

Was genau das erwähnte Lithoid ist, konnte ich nicht abschliessend klären, aber scheinbar handelt es sich um eine Art von Zelluloid.

Bei meiner Suche bin ich noch auf weitere Füllfedern dieser Machart gestossen:

 

Beim zweituntersten Modell (Kosmos) handelt es sich um eines von unseren Nachbarn in Österreich.

Aus einer Sammlungsauflösung konnte ich zudem vor einigen Jahren ein ganzes Lot dieser Füllfedern (ohne Markenimprint) erhalten. Diese sind in einer schlichten grünen Pappschachtel verpackt. Auf der Rückseite ist noch eine kleine Etikette mit der handgeschriebenen Aufschrift: v.Matt, Altdorf, Fr. 25.—.

 

Einige haben sogar den einen oder anderen Beipackzettel dabei:

Da sich diese Füllfedern nur beschränkt zerlegen lassen - und weil ich noch ein Schautäfelchen aus den 50er Jahren habe, wo dieses Teil fehlt - habe ich zur Veranschaulichung eine aufgesägt:

(die Jahres-Angabe – ca. 1907 - scheint definitiv nicht zu stimmen)

 

Hier noch ein paar Details:

 

Das Messing-Gewinde:

Hier sieht man, wie der Tintentank endet und nur durch ein kleines, gebogenes Röhrchen die Tinte zur Feder weiterfliessen lässt:

Hier nochmals dieselbe Ansicht, allerdings mit der übergezogenen Metallhülse, welche die Feder festklemmt:

In meinem Archiv habe ich eine Anzeige aus der Zeitschrift „Nebelspalter“ aus dem Jahr1889 gefunden:

In der gleichen Ausgabe war dann noch eine weitere Anzeige mit einer schönen Illustration:

In einer deutschen Zeitung von 1890 ist folgende Ausführung zu finden:

Bereits 1889 wurde im Schweizerischen Handelsamtsblatt die Johan Koch & Comp. Von einer Kommandit- in eine Aktiengesellschaft gewandelt. Neben Wilhelm Koch und Emil Traub aus Mannheim, ist Dr. Adolf Hommel von Hottingen als Direktor vermerkt:

Dieser Dr. Adolf Hommel von Hottingen, welcher nicht nur als Direktor, sondern auch als Inhaber des Patentes dieses Füllhalters gilt, wurde 1851 im Deutschen Chemnitz geboren. Nach seiner Ausbildung zum Kaufmann wirkte er einige Jahre in Russland. Von 1880 – 1884 bestritt er ein Medizinstudium an der Universität Zürich, 1886 wurde er Dr. med., danach war er als Arzt tätig.

 

Hier die Patente die er in den USA und in der Schweiz angemeldet hat:

 

1890 scheidet Hommel aus der „Actiengesellschaft für Kleinmechanik“ aus und gründete die Firma Nicolay & Co., welche pharmazeutische Produkte herstellte. 1908 wurde die Hommel’s Haematogen AG gegründet. Der geschäftlich erfolgreiche Hommel erwarb Villen in Zürich und am Vierwaldstättersee, eine bedeutende Kunstsammlung und Anteile an der Autofabrik Turicum. 

 

1909 verkaufte er die Sammlung und zog nach Wiesbaden, wo er 1913 verstarb.

 

1890 erschien noch folgender Text in der Zeitschrift Nebelspalter:

Danach versiegen die Informationen über die Meteorfüllfederhalter.

 

Was bleibt sind die Erkenntnisse über den vermutlich ersten (schweizerisch/deutschen) Kolbenfüllhalter.